Tag 2
Nach dem Frühstück (es gibt sogar Bananen, Apfel, Haferflocken und Yoghurt) machen wir uns auf den Weg zum Barkhormarkt, wo es Gebetsmühlen, Klangschalen, Räucherwerk, Schals, Öl und Buttertee gibt – eben alles, was man als Pilger braucht. Wir umrunden mit ihnen den Jokhang-Tempel, das wichtigste Heiligtum in Lhasa. Im Tempel ist es heiss und stickig, es riecht nach Öl und dem Butterzeug, was die Pilger an den Buddha-Statuen spenden, und davon gibt es viele. Dicht gedrängt steigen wir die Stufen hinauf auf’s Dach und haben einen wunderschönen Blick auf die Umgebung. Wir besuchen zwei weitere Tempel, auch hier dominieren Gedrängel, intensive Gerüche, die sonoren Stimmen der Betenden, die riesigen Statuen und die intensiven Farben und bunten Holzverzierungen. Der dumpfe Klang der Trommeln, der die bösen Geister vertreiben soll, unterstreicht diese fremde Welt.
Nachmittags fahren wir ins Sera-Kloster; im Klosterhof setze ich mich auf den Boden und bin fasziniert von den Mönchen, die lautstark in kleinen Gruppen über Philosophie debattieren.
Im Krankenhaus verfolgen wir einen Vortrag über tibetische Medizin; die Menschen werden in kalte, warme und neutrale Typen eingeteilt, die Ernährung darauf abgestimmt. Yin und Yang müssen im Einklang sein, die Psyche und der Körper.
Abends bricht ein Sturm los: die Gebetsfähnchen vor den Fenstern flattern, ich schließe die Fenster, die im Wind aufgeklappt sind. Es beginnt zu regnen.





Hinterlasse einen Kommentar