Logbuch Israel – Tag 6
Wenn man nur flüchtig das Reiseprogramm liest und sich auf einen ruhigen Spaziergang durch alte Gassen eines kleinen Ortes freut, kann es passieren, dass sich Mesada als antike Palastfestung des König Herodes mitten in der Wüste herausstellt. Das ich entsprechend überrascht bin, sage ich niemanden. Wir sind heute Nachmittag in der Wüste gelandet, es ist heiss, die Sonne brennt. Mit der Seilbahn sind wir den Berg zur Festung hinaufgefahren, abwärts werden wir über die Römerrampe hinuntersteigen. Die Wanderelemente dieser Reise mag ich ganz gern.
Heute Vormittag haben wir Steinböcke und Klippschliefer gesehen (von deren Existenz wusste ich bis heute auch nichts), Kamelherden, die majestätisch auf Bergspitzen in der Wüste stehen und einen schwarz-türkis-schillernden Kolibri.
Ausserdem waren wir im Westjordanland in Jericho, das 24 Kilometer von Ramallah entfernt liegt. Es ist spannend, auf einmal in Gegenden zu sein, über die man sonst nur in den Nachrichten hört und die ganz anders wirken als gedacht.
Mein Tageshighlight war am Vormittag: nachdem wir (in meinen Augen durchgeknallte) weissgewandete Christen bei ihrer Taufe im schmutzigen Wasser des Jordans zugeschaut haben (hier wurde auch Jesus von Johannes dem Täufer getauft) und 10 Meter weiter auf jordanischer Seite dasselbe Spektakel stattgefunden hat, waren wir am Toten Meer. Ich habe im Toten Meer gebadet!
Nachtrag: ein weiteres Highlight ist, dass es erstmalig Kaffeeweisser im Hotelzimmer gibt (dafür keinen Föhn. Man kann nicht alles haben).





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