Schreiben.
Logbücher kann ich nicht schreiben, da man nicht reisen kann. Ich könnte stattdessen darüber berichten, dass ich die Welt, wenn ich sie schon nicht bereisen kann, zu mir nachhause geholt habe: weißblühende chinesische Hortensien, hohe japanische Kamelien mit rosa und roten Blüten, duftender italienischer Rosmarin, griechische Olivenbäume und australischer Eukalyptus zieren jetzt meinen Balkon (die anreisende Botanik war im Übrigen genauso kostspielig wie ein Ausflug meinerseits in die große weite Welt).
Über meine freitäglichen Wochenmarktbesuche, bei denen ich grundsätzlich mehr kaufe als auf dem akribisch angefertigten Einkaufszettel steht, habe ich keine Lust zu schreiben. Auch nicht über meine Koch- und Backkünste, die in den letzten zwölf Monaten geradezu explodiert sind (dem stagnierten Leben sei Dank).
Über meine Spaziergänge durch Hamburg, durch den Hafen, hinauf zum Michel und hinein nach Planten un Blomen könnte ich schreiben, über gelbe Narzissen, die im Park blühen oder blau-weiße Krokusse, die wie ein wogendes Meer vor mir liegen, Vögel zwitschern, der Boden knirscht unter den Schritten, aber nein, auch darüber möchte ich nicht berichten.
Über Wasser, das glitzert, möchte ich schreiben, über fröhliche Gespräche mit meiner 81-jährigen und pinkbekappten Schwimmfreundin und anderen Begegnungen, über Umziehschnecken, über Freibadpommes, ja Freibadpoesie, das wäre es jetzt, aber das geht ja nicht.
Und dann blinkt eine Nachricht auf, von F. Ihr Gartenpool – eine 10-Meter-Bahn – sei seit Freitag wieder in Betrieb, das Wasser habe bisher nur 21 Grad, aber, und mit Einhalten von Hygieneregeln, könnte ich gerne… und ich werde wieder meine Schwimmtasche packen, und das Wasser, das wird glitzern, und ich, ich bin begeistert, eine Reise ins Hamburger Umland, zu dem Garten mit dem Pool, und die Freibadpoesie, die wird dann auch wieder aufblühen.












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