27.05.2023
Ne, das machst Du jetzt nicht, weise ich mich zurecht. Man kann mit dem Fahrstuhl vom Unterland zum Oberland fahren. Oder man kann hochkraxeln. Ich gerate schnell ausser Atem, wenn es aufwärts geht. Andererseits gehe ich nie an mein Limit, wenn ich mich bewege. Meine vielen pneumologischen Untersuchungen sind gut verlaufen, also kann ich kraxeln.
Ich stiefele dem Oberland entgegen: der Himmel blau, die Luft ist klar, um mich herum Gräser und Blumen und die roten Felsen. Und dann bleibe ich abrupt stehen: der Duft der Strandrosen erinnert mich an die Urlaube meiner Kindheit in Dänemark. Im kleinen Holzhaus haben wir jeden Abend unsere zwei Robin-Hood-Kassetten gehört, den dunklen Wald zum Sherwoodforest erklärt und sind wie die Rächer der Armen durch das Dickicht galoppiert. Ich „galoppiere“ weiter dem Plateau entgegen, von dem man eine fantastische Sicht auf die Lange Anna und den Lummenfelsen hat, auf dem sich Trottellummen, Basstölpel, Eissturmvögel, und Dreizehenmöwen tummeln. Es ist wunderschön.
Wieder im Unterland, inspiziere ich die kleinen bunten Holzhäuschen, die sich an der Promenade aneinanderreihen und kaufe mir Pommes. „Achtung Möwen!“, werde ich gewarnt, denn diese greifen aus dem Hinterhalt an und stehlen Fischbrötchen, Eis und Pommes. Schirme zur Abwehr kann man sich borgen, ich bleibe dicht im Schutz der blauen Hauswand stehen, den Blick auf potenzielle Angreifer gerichtet.
Leuchttürme, grüne Wiesen, Schafe und Windräder gleiten im sanften Licht an uns vorbei, Segelboote, das Schulauer Fährhaus, die Strände zwischen Rissen und Blankenese, Övelgönne, die Landungsbrücken in der untergehenden Sonne. Mit der Fähre nach Hause; die Luft riecht nach Meer und nach Heimat.















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