Die rundlichen, dunkelhäutigen Frauen haben Blumen im glänzend schwarzen Haar, tragen bunte lange Kleider und viel Schmuck. Sie muten an wie die Frauen auf Gauguins Gemälde aus Tahiti, mit dem kleinen Unterschied, dass diese Reisegruppe, die im RER A unterwegs ist, singt. Es klingt wunderschön, die Frauen sind wunderschön, sie lachen und singen und lassen mich den Horrortrip nach Marne la Vallée Chessy kurzzeitig vergessen.
Zusammengefasst:
Start um 5.20h im Dunkeln an der Bushaltestelle in Pasing (der Bus kommt nicht, wir wandern vollgepackt zum Marienplatz um ein Taxi zu nehmen. 5,5 Stunden ab Hauptbahnhof nach Paris Est im TGV (dem Kind ist schlecht, es übergibt sich, spricht und isst nix, und ich bin ratlos), weiter mit der Metro 4 nach Les Halles (dem Kind geht‘s besser), dann mit dem RER A bis nach Nation, Schienenersatzverkehr mit Linie 1 bis St Vincennes, dann den Bus bis Val Fontenay, dort in den RER A bis Marne La Vallée, und dann sollte es mit dem Shuttlebus ab Bussteig Q ins Hotel gehen.
Geht es nicht. Der gesamte Busbahnhof am Disneyland ist weiträumig gesperrt, ebenso der Taxenstand. Polizisten mit Maschinengewehren patroullieren. Ein herrenloser Koffer ist der Auslöser; wir stehen zwischen Tausenden Menschen, allesamt ratlos, wie man zu seinem Hotel kommt. Wir setzen uns ratlos mit unserem Gepäck an den Strassenrand, ich kann nicht mehr. Ein (!) Taxi kommt vorbei, ich winke und laufe ihm entgegen, der Fahrer hält, er ist mein Retter des Tages, dem ich gerade jeden Preis zahlen würde (es sind €15,-).
Ich finde, ich habe heute den goldenen Pfadfinderorden verdient.

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