Andalusien – Tag 2

„Ich bin Anja aus Hamburg. Das ist die Stadt mit der Elbphilharmonie. Eigentlich wollten wir nach Indien.“ Die Reisegruppe lacht und nimmt den Ball auf: Berlin, die Stadt mit dem Flughafen, Aachen, die Stadt der Printen, Solingen, die Stadt der Klingen…ich bin hier, weil ich Sonne im November wollte….Die Vorstellungsrunde der Reisegruppe geht flockig vonstatten, ganz anders als in Ägypten, wo erstmal debattiert und dann demokratisch abgestimmt wurde, ob man die Vorstellungsrunde in der Moschee abhalten kann (ja).

„Weitergehen! Andere Bäume!“ Juan, der quirlige Plantagenbesitzer, marschiert mit uns von einem Baum zum nächsten. Unter dem strahlend blauen Himmel wachsen verschiedene Sorten von Orangen, Zitronen, Pampelmusen, Granatäpfel, Zitronen, überraschend süss und dann wieder säuerlich, wir testen uns durch die Bäume und schweben im Paradies. Ich stecke die Nase in blühenden Rosmarin, in dem Juan eine Sekunde später auf eine grosse Spinne (iiiiek!) deutet, die top für die Läusebekämpfung ist. Auch eine Gottesanbeterin führt er uns vor, die die Hauptwaffe für Feinde wie Heuschrecken und Co. darstellt. Wer braucht schon Gift, wenn er Spinnen und Gottesanbeterinnen hat!

„Folgt Jesus!“, ruft Jesus, unser spanischer Guide, der uns Ronda zeigt: Ronda hat eine beeindruckende Lage oberhalb einer tiefen Schlucht, die die Neustadt aus dem 15. Jahrhundert von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft trennt.
Wir gehen durch Gärten, geniessen Aussichten, klettern auf den Turm der Iglesia de Santa María la Mayor und besuchen die älteste Stierkampfarena der Welt. Ohne Stierkampf. Den braucht die Welt nicht.

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