Tag 5
„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Goethe hat Recht. Es ist mir ein Rätsel, wieso ich ich jeden Tempel in Myanmar und jeden Pinguin in der Antarktis kenne, aber nicht die Mezquita von Cordoba. 800 Säulen sind in der einstigen Hauptmoschee der Kalifen zu finden, in/um die eine katholische Kirche gebaut wurde. Die Säulengänge, erbaut aus diversen zusammengeklaubten Säulen, sind unendlich lang und markant mit ihren rot-weissen Bögen. Das ist wirklich ein Highlight.
Beim Stadtrundgang hat unser Reiseleiter eine Überraschung für uns, und nun weiss ich, warum er soviel Gepäck mit sich durch Cordoba schleppt: an einem Brunnen, an dem schon kleine Kinder ihr Lunch ausgepackt haben, gibt es einen Rotwein aus Ronda und Brot, das wir in verschiedene und sehr leckere Olivenöle dippen.
Da das Dinner erst um 20.30h angesetzt ist, beschliesse ich, auf eigene Faust etwas zum Abendessen zu suchen. Nach 3.000 Schritten und mehrmaliger Teilumrundung der Mezquita (weiter weg traue ich mich nicht, da das verwinkelte Cordoba schwierig für einen Orientierungslegastheniker wie mich ist) stelle ich fest, dass das eine Schnapsidee war. Vor 20.00h öffnet kein Restaurant. Keines? Glück gehabt – eines. Und noch mehr Glück: ich finde zurück ins Hotel.

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