Mallorca – again!

9.15 Uhr. Die beiden Typen links von mir riechen schon jetzt stark nach Alkohol. Rechts von mir steht eine Gruppe, die am diskutieren ist, ob man besser am Hamburger Flughafen eine Flasche Gin kaufen sollte – für den Anfang. Einer rennt los, eigentlich beginnt nun schon das Boarding.

„Jack Daniels gibt es hier“, stellen Hannes und Jannis neben mir in der Sitzreihe zufrieden fest, bevor sie sich eine Reihe weiter nach hinten verziehen. Darüber bin ich nicht traurig. Die Stewardess gibt ihrem Kollegen ein Zeichen: die beiden Typen, die mir schon beim Boarding aufgefallen sind, schwanken durch den Gang.

Ich packe mein belegtes Schwarzbrot aus und vertiefe mich in mein Buch: „…jetzt kam er mit einem Glas, einer gewöhnlichen Pernod-Flasche und einer kleinen enghalsigen Wasserkaraffe zu ihnen herüber.“ Auch bei Ernest Hemingway wird schon munter am morgen getrunken.

Was mache ich hier überhaupt? Spontan sitze ich im Flieger nach Mallorca, zwei Tage vorher gebucht. Porto Cristo, ein kleines Hotel, vor dem das Meer türkisfarben am weissen Sandstrand liegt. „Sie haben ein Upgrade bekommen“, sagt die nette Rezeptionistin. Nun schaue ich vom Bett und vom Balkon aufs türkisfarbene Meer und lausche den Wellen.

Wenn Herausforderungen, die so leicht nicht zu beheben sind, das Leben ins Ungleichgewicht bringen , könnte man vom Dach springen. Oder aufs Meer schauen. Ich schaue aufs Meer. Genauso wie Catherine und David in Hemingways Roman. Ohne Pernod.

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