Nachdem ich in den Tiefen der Tropfsteinhöhlen und im Herzen des Fischerhafens war, erkunde ich heute die Dorfstrassen, die sich bergaufwärts winden. Rotgelbe Sandsteinhäuser, hinter deren grünen Rolladen die Stimmen der Mallorquiner in der Mittagszeit zu hören sind, liegen in der Sonne.
Eigentlich gehe ich nicht gern aufwärts, da ich schnell ausser Atem gerate, aber jetzt wandere ich enthusiastisch die Strassen und Stufen hinauf. Ich fange an, das Dorf zu verstehen.
Eine Lunchpause war nicht geplant, aber beim leckeren Geruch von Gegrilltem, der von der Terrasse des Flamingo weht, entscheide ich mich um. Das Flamingo hat einen herrlichen Blick über die Bucht und den Hafen von Porto Cristo und das türkisglitzernde Meer.
Das hebt meine Stimmung, da ich gestern meine gute Sonnenbrille verloren habe, die mich viele Jahre durch die Welt begleitet hat.
Ich sitze am Strand, schaue den ballspielenden Kindern zu, geniesse den dritten Tag in Folge Frozen Yoghurt und finde später sogar die Brille wieder. Jetzt könnte ich auf dem sonntäglichen Markt, der gerade vorm Hotel aufgebaut wird, einen Brillenstand eröffnen: 4 Lesebrillen (eine auf dem Flughafen gekauft, da ich dachte, ich hätte nur eine dabei) und 2 Sonnenbrillen (wiedergefunden und eine günstige dazugekauft) habe ich nun dabei.
Die Sonne geht auf. Tauben gurren, frischer Kaffeegeruch liegt in der Luft, ich höre das Wellenrauschen und die Stimmen der Marktfrauen.
Meine Stimmung ist genauso rosa
wie der morgendliche Himmel, und damit ist das Ziel dieser spontanen Reise erfüllt.

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