Full circle moment, denke ich, als ich die Koffer packe. Im Oktober bin ich mit einigen, zum Teil unerwarteten Turbulenzen im Gepäck nach Nizza gedüst, jetzt ist es Anfang September: das Chaos wurde analysiert, sortiert und kanalisiert, ich bedanke mich bei mir selbst und schenke mir spontan und grosszügigerweise einen Ausflug in meine liebste Stadt an der Côte D‘Azur.
So rund wird der full circle moment dann doch nicht: Hamburg ist Triathlon-versperrt (mal schauen, ob mein Sammeltaxi sich zu mir und dann zum Airport durchkämpfen kann), der Flug schon am frühen Morgen verspätet, schwere Überschwemmungswarnung meldet die Wetter-App am Ankunftsort. Das kann ja heiter werden.
Das Sammeltaxi kommt.
Der Flieger nicht. Jedenfalls nicht sofort. Mit zwei Stunden Verspätung steigen wir ein, um dann nochmal 30 Minuten auf nen neuen Slot zu warten. Die Teenies in der Reihe hinter mir kichern und kauen Gummibären, der junge Mann neben mir simuliert ein HSV-Spiel am Laptop, ich bin versucht, mein Expertenwissen an den Mann zu bringen (vergiss es, der HSV ist unplanbar!) und entscheide mich doch lieber, meine Nase in das dicke Buch zu stecken, das ich intelligenterweise im Handgepäck führe.
Alsace Lorraine – hier muss ich die Tram verlassen und marschiere zielsicher in die falsche Richtung. Der Orientierungslegastheniker ist also auch an Bord. Riesige Pfützen mit springenden Gummistiefelkindern umrundend, den Boulevard Victor Hugo entlang, rechts in die Rue Meyerbeer, dann nochmal rechts, ich habe mein Ziel erreicht.
Nicht ganz: Koffer ins Hotel bringen, dann geht es weiter zur Promenade des Anglais. Denn Meer und Palmen sehen auch vor grauem Himmel ganz phantastisch aus.


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