Prolog
Prolog
Ich weiss gar nicht, was ich skurriler finde: die gerahmten Bilder mit Jesus oder die Dose Bockwürste, die die Dame mit der auffälligen Holzkreuzkette auf dem Tischchen im ICE nach Frankfurt vor sich stehen hat.
Derweil sinniere ich vor mich hin, warum sich ferne Orte für mich nach zuhause anfühlen, zumindest mehr als die deutschen Destinationen, durch die die Deutsche Bahn gerade rumpelt.
Oder ist Heimat dort, wo ich gerade bin, wenn ich in mir ruhe? Ich ruhe in mir, wenn ich in Nizza bin. Oder auf Madeira. Oder in der Antarktis, in Grönland und im Nordpolarmeer und in Myanmar, wo ich mein buddhistisches Zeichen – der Tiger, der nach Osten schaut – in den goldenen Pagoden mit Wasser begiesse.
Ob ich in so malerisch klingenden Orten wie Taschkent, Samarkand oder Buchara in mir ruhen werde? Das wird sich bald zeigen: Ich nehme meinen Koffer, werfe einen letzten Blick auf die Dame und die Bockwurstdose und steige am Frankfurter Flughafen aus.

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