Beim Internisten.
Dieses Eis. Diese Steine. Diese Felsen. Das ganze Jahr über sind sie allein. Während einiger Wochen kommen Menschen vorbei. Die Menschen sind bald wieder weg. Die Steine, die Felsen liegen weiterhin hier. So wie sie schon hier lagen, als Ritter mit Lanzen aufeinander losgingen, so wie sie hier lagen, als Seeräuber die Meere unsicher machten, so wie sie hier lagen und schliefen und träumten, als das Nibelungenlied geschrieben wurde, so wie sie hier lagen, als die Völkerwanderung Europa auf den Kopf stellte. Herr Stein, Karl der Große ist gestern gekrönt worden. Wer?
Thomas Glavinic, Das größere Wunder
Unendlichkeit – Endlichkeit.
Endlich stehe ich mal wieder früh auf, um Punkt 8.00 Uhr sitze beziehungsweise liege ich beim Internisten zur Blutabnahme; Blutbild mit Gerinnungswerten, OP-Vorbereitung. Da ich darauf bestehe, dass wir heute den linken Arm nehmen, wird die Liege von der Wand abgerückt, damit die Schwester an den Arm kommt. Ich lege mich mit dem Kopf in Richtung Fussende, so ginge es natürlich auch, sagt die Schwester, und rückt die Liege mit mir obendrauf wieder an die Wand. Wir lachen. Lachen tut unendlich gut.

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