Zuhause.
Sonntag, 08:00h. Lautsprecherdurchsagen, Polizeisirenen. Ich stehe auf und schaue aus dem Fenster: der Fussweg ist weg, der Strandkai gegenĂŒber ist verschwunden, nur einzelne Baumspitzen gucken aus dem Wasser. Ein Helikopter kreist in der Luft.
Sturmflut vor der HaustĂŒr. 5.40m ĂŒber NN, dröhnt es warnend aus den Lautsprechern des Wagens vom Bezirksamt.
Die Tarterie nebenan hat frische Brötchen direkt aus dem Ofen, Kaffee ist auch noch im Schrank. Alles ist gut. Noch.
Nach dem FrĂŒhstĂŒck krame ich meine Venedig-Acqua-Alta-Gummistiefel aus dem Schrank, ziehe meine wasserfeste Irland-Wanderjacke und meine Antarktis-Outdoorhose an und gehe vor die TĂŒr. Das Wasser steigt.
Die Nachbarn, die ich aus meiner StraĂe treffe, machen Fotos. Die Nachbarn aus der ParallelstraĂe sind fassungslos und wĂŒtend: S. nimmt mich mit in den Eingangsbereich ihres Kellers, es rauscht bedenklich. Die Flutschutztore wurden nicht rechtzeitig geschlossen, in mehrere HĂ€user lĂ€uft die Elbe in die Keller und Tiefgaragen. Feuerwehr, Polizei und THW sind in Aktion. Ich drĂŒcke den Nachbarn die Daumen und hoffe, dass nicht der komplette Kellerinhalt zerstört ist. Ich gehe zurĂŒck zu meinem Haus, nehme die Treppe in den Keller und schaue vorsichtig durch die GlastĂŒren. Alles ist gut. Unsere Flutschutztore haben gehalten, die Keller samt Tiefgarage sind trocken.
Zum GlĂŒck wurde bisher niemand bei dem Orkan und der Sturmflut verletzt oder gar getötet, denke ich, als ich den Feuerwehrreport lese. Die Sonne scheint am blauen Himmel, was in diesem Moment skurril anmutet. Strange world.






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