Antarktis. Tag 7
Um 8.00h sitzen wir im Zodiac und steuern die Brown Station an. Etwas fehlt: kein Wind, keine Wellen. Die Station ist unbewohnt, um uns herum sind riesige Gletscher, die kalben. Es klingt wie dumpfes Donnergrollen, sonst ist es still.
Ein paar Chinesen kugeln im Schnee einen Hang hinunter, ungeachtet der Tatsache, dass wir den schmalen Pfad aufgrund der Gefahr, die unter dem Schnee lauert, nicht verlassen dĂŒrfen. Als ich aus Versehen einen halben Meter neben dem Weg gehe, rufen und winken sie mir zu, um mich zu warnen. Mein Leben scheint ihnen wichtiger zu sein als das ihrer Landsleute. Auf der Fahrt zurĂŒck zum Schiff beobachten wir Kormorane.
Die KabinentĂŒren auf Deck 3 stehen offen, schrĂ€g gegenĂŒber ist die chinesische WĂ€scherei wieder in Betrieb.
Hausbootfeeling.
Ich gehe in die Club Lounge und treffe meine California Girls. Ich liebe unsere Konversationen, wir haben viele Gemeinsamkeiten und Spass miteinander. Stelle fest, dass mein Dresscode bei Jogginghose und Ski-Unterhemd gelandet ist. FĂŒhle mich wie zuhause.
C. deutet auf die Chinesen, die gerade einen Reiskocher aufbauen. Auch sie scheinen sich wie zuhause zu fĂŒhlen.
Die Durchquerung des Lemoire Channels verbringe ich wieder auf der BrĂŒcke. Schneesturm (mal wieder), im Grau um uns herum mache ich riesige Berge und Gletscher aus. Ein Wal taucht kurz auf und verschwindet wieder in den Tiefen des Meeres.
Die Ankunftszeit fĂŒr Port Lockroy verzögert sich: vor uns Eisberge, die den Weg versperren. Das Eis schmiegt sich immer dichter an die Sea Spirit. Port Lockroy ist eine ehemalige Basis der Briten, die heute ein kleines Museum ist. Unsere Postkarten stecken wir dort in den Briefkasten und sind gespannt, ob und wann die Karten ankommen. God save the Queen – and our mail.
Auf dem Weg zurĂŒck zum Zodiac fĂ€ngt es wieder an zu schneien, das Szenario hat etwas weihnachtliches.
Beim Abendessen landen die California Girls beim Thema Brustkrebs. Ich oute mich. Und bin angetan, wie sachlich – aber auch gefĂŒhlvoll – wir darĂŒber sprechen. Und dann zum nĂ€chsten Thema ĂŒbergehen. Ich vergesse den Krebs nicht, rĂ€ume ihm aber kaum mehr Platz ein wie die tĂ€gliche Einnahme der Tamoxifen-Tablette dauert. Viel Sport und gesunde ErnĂ€hrung sind feste Bestandteile meines Lebens, genauso wie die regelmĂ€ssigen Nachsorgetermine. Ich habe meinen Frieden gefunden.


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