Unterwegs / Im Krankenhaus.
Wenn K. an den Landungsbrücken mit einem Blumenstrauß vor mir steht und zu weinen anfängt.
Wenn ich gerührt darauf hinweise, daß ich am Leben und gesund und munter bin.
Wenn die portugiesischen Kellner in der Tapas-Bar die Hand auf’s Herz legen und ihre Nationalhymne mitsingen.
Wenn die Leinwand einen blauen Warnhinweis anzeigt, daß in 10 Sekunden das Bild ausfällt.
Wenn alle Gäste laut bis 0 ‚runterzählen und das Bild weg ist.
Wenn die Kellnerin auf unseren Tisch klettert um das Gerät wieder in Gang zu bringen.
Wenn die Iraner mit beflaggten Autos durch das Portugiesenviertel fahren.
Wenn wir uns mit den Portugiesen freuen.
Wenn H. beim Taiji sagt, daß sie den Unterricht so wunderbar findet und sie glücklich macht.
Wenn ich ihr zustimme.
Wenn ich mir Sorgen mache, da ich meine, einen neuen Knoten zu spüren. Sicher bin ich mir nicht.
Wenn ich im Krankenhaus zur Nachsorge bin und die Ärztin Entwarnung gibt.
Wenn ich den nächsten Doppeltermin im Krankenhaus für den September abmache.
Wenn ich danach zum Schwimmen gehe, da das Bad nur 5 Minuten entfernt liegt.
Wenn es regnet und die Sonne nicht strahlt aber ich strahle, weil ich so fröhlich bin. Und erleichtert.
Wenn ich nachher – wie nach jedem Nachsorge-Termin – wieder an die Elbe gehen und ein Glas Sekt trinken werde.
Wenn wir leben.

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