Unterwegs.
Und danach kaufe ich mir ein Croissant für’s Frühstück, sagt meine innere Stimme, als ich mich auf den Weg in den Hafen mache, wo ich mir ein schönes Plätzchen zum Taiji-Üben suchen möchte. Nein, kein Croissant, antworte ich und lasse vorsichtshalber das Geld zuhause. Erstens zeigt die Waage eine Tendenz nach oben, zweitens wird das Wetter wieder wunderbar, da werde ich mir eventuell später ein Eis gönnen wollen. Eine kleine Sünde ist ok, zwei gestatte ich mir nicht.
Im Hafen sind nur eine Handvoll Angler um den Ponton verteilt, sonst ist es ruhig zu dieser frühen Stunde. Der Himmel ist leuchtend blau, die Elbe glitzert, an den Kaimauern wuchert es grün. Ich atme tief durch und beginne mit der 19er-Form.
Gestern Abend Treffen mit Freunden. Wir sitzen im Kerzenschein auf dem Balkon, den Blick gerichtet in den dunklen Garten und die weißen Jugendstilhäuser um uns herum. Es ist warm, so warm, als säßen wir in einer lauen Sommernacht, es mutet skurril an, Mitte Oktober, hier in Hamburg. Ab und an zwitschert ein Vogel, wir lachen, essen kleine Köstlichkeiten und trinken Rosé. Der Co-Gastgeber ist gebrieft und schenkt mir immer nur ganz wenig nach – so habe ich am Ende des Abends vielleicht ein Glas Wein getrunken, auch wenn es ausschaut, als hätte ich mehrere Gläser gehabt. Das gefällt mir, so mache ich nicht den Eindruck einer Spaßbremse und habe den ganzen Abend ein leicht gefülltes Glas in der Hand.
Da der Oktober ja als Brustkrebsmonat deklariert wird, habe ich es endlich vollbracht und einen Gastartikel für die liebe Nicole und ihre tolle Website https://www.prinzessin-uffm-bersch.de geschrieben (https://www.prinzessin-uffm-bersch.de/2018/10/07/der-feind-in-mir/). Nicole, die einen Sohn mit schwerer Mehrfachbehinderung hat, erkrankte 2010 an Brustkrebs. Heute arbeitet sie wieder und begleitet außerdem Menschen im Hospiz auf ihrem letzten Weg. Auf ihrer Website gibt es viele gute Tipps für Betroffene und Angehörige und ganz viel Mut und Hoffnung zu finden.
Das erinnert mich daran, daß auch ich mir vorgenommen habe, ehrenamtlich tätig zu werden um etwas von der Hilfe, die ich erfahren habe, zurückzugeben.



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